
Teilnehmerstimmen Tai Chi Meisterklasse
Tai Chi Meisterklasse
Meisterklassen sind den Schülern vorbehalten, die eine ganze Ausbildung durchlaufen haben. Mehr Infos:
Empfehlung Meisterklasse Daniel Grolle
Taiji-Spielen auf hohem Niveau: Nach über zwei Jahrzehnten Taiji-Praxis und langjähriger kontinuierlicher Unterrichtspraxis ist die Meisterklasse für mich eine hervorragende Möglichkeit der weiterführenden Selbsterforschung durch die intensive Begegnung mit qualifizierten Taiji-PartnerInnen. In diesem Kreis der Lehrer von Daniel entstand schnell eine dichte vertrauensvolle Atmosphäre. Wie bei jeder guten Körperarbeit werden die Türen weit aufgestoßen sich selbst zu bereisen. Die eigenen Verhaltensmuster zu entdecken. Wie reagiere ich auf Druck oder gar Schreck... kann ich wirklich loslassen, auch wenn ich mich bedrängt fühle, wenn es ans Eingemachte geht... kann ich Spannungen/Konflikte als etwas erleben, dass mich nicht aus meiner Mitte wirft - ich meinen Standpunkt aber auch meine Gelassenheit nicht verliere...
Diese große Transferthemen des Taiji widerspiegeln sich in den von Daniel Grolle mit großem Forschergeist entwickelten kreativen Partnerübungen. Es handelt sich dabei um Übungsreihen die in ihrer Schlichtheit und Nachvollziehbarkeit bei zugleich großer Tiefenwirkung ihresgleichen suchen.
Einmalig dürfte die Art der Dokumentation der Unterrichtsinhalte sein. Wie schon in den vorangegangenen Ausbildungsgängen werden für jedes Seminar eine Filmdokumentation und eine ausführliche Mitschrift der Übungseinheiten geboten. Ein absoluter Leckerbissen für jeden Autodidakten, eine strukturierte Arbeitshilfe für jede Übende. Die spielerische Leichtigkeit der Dokumentationen, wie auch insgesamt des Unterrichts, fördert eine mühelose Beteiligung.
Keine Mystik, kein Zauber, keine Religion - aber - klares und präzises, wie zugleich zauberhaftes Beforschen der eigenen Möglichkeiten. Kampfkunst wie Lebenskunst und die Liebe fordern Mut zur Wahrheit, zum Hinhören, zum Hinspüren, fordern auf zum peripheren Sehen das alles in den Blick nimmt. Den Blick zu weiten - mit Mut und Selbstvertrauen sich dem Unbekannten öffnen - bildet die Matrix für Übungen, die mit Hilfe einer reichen Bildersprache, zwar klar den Gesetzen der Körpermechanik folgen, in ihrer Wirkung auf die eigenen Gefühle und auch das Bewusstsein manche Überraschung bereithalten können.
Taiji mit Daniel Grolle zu spielen bedeutet sich darauf einzulassen ein Kunst-Hand-Werk zu erlernen, hier werden jedoch keine Schwerter geschmiedet, eher gleicht diese Kunst der des Geigenbauers. Du entdeckst die Schwingungen in Dir und Du entdeckst die Schwingungen Deines Gegenübers. Dies kann dazu führen mit wenig Kraft viel zu bewegen. In dieser Schule geht es nicht darum die Kunst des Täuschen und der Raffinesse zu erlernen, vielmehr geht es um ein Spiel mit offenem Visier, einem Spiel der offenen und ehrlichen Begegnung. Eben Kampfkunst und Lebenskunst!
Ruldolf Schulze, Schule für Bewegungskunst - Bremen
Meisterklasse auf La Palma 2012
Um an der Meisterklasse auf La Palma teilzunehmen, musst Du kein Meister sein.
Du hast meisterhafte Bedingungen! Das Meer, die Landschaft und der Ort laden Dich zum Loslassen ein. Du übst in kleiner Gruppe, auf Deinem Weg, an dem Punkt, wo Du Dich gerade befindest.
Trotz Meeresrauschen, blauem Himmel und Sonnenschein liegt die Meisterschaft im Tai Chi immer noch unerreichbar am Horizont.
Aber hier auf dieser Insel mit Daniels geduldiger Begleitung, fällt es mir ein Stück leichter als sonst, lächelnd bei meinem Gelingen und Verlieren zuzuschauen.
Dieses liebevolle Lächeln für meinen Weg, nehme ich mit nach Hause :-).
Anette Eymann
Meisterklasse auf La Palma 2011
Wir waren zu sechst und kamen auf verschiedenen Wegen. Vier feierten die Nacht durch, eine kam über den Berg und eine blieb auf der Nachbarinsel hängen. Vorerst.
Allen gemeinsam: Ein Aufwachen im Frühling. Herrlich, dem kalten hamburger Grau den Rücken zu kehren, Sonne und Seeluft zu schmecken, ein Stück Taiji-Weg im Süden zu gehen.
Die ersten 15 Stunden kamen wir an. Zusammengefaltete Gliedmaßen entknitternd, wunde Füße pflegend, in Rhythmus findend (und den der Dorfdiscobesucher mitbekommend).
Als die Sonne über den Hügel stieg, standen wir vor unserem ersten köstlichen Frühstück. Ein feines Buffet von Schätzen des Ortes: Frische Früchte, Ziegenkäse und -wurst, Nußbrot, Honig und Marmeladen, Getreidebrei, Guacamole und Eiersalat. Ein Ort für Genießer.
Wir berieten um unsere Tagesstruktur und versorgeten uns auf dem lokalen Markt. Wir kochten selbst.
Üben konnten wir auf der sonnigen Dachterasse oder im halbschattigen Aussenbereich der Pension. Für regnerisches Wetter hatten wir einen kleinen Innenraum, den wir nicht gebraucht haben.
´Was ist dein Push?´ war das Thema unseres Übens. Pushen durch Sinken und Loslassen, auch wenn der andere mir nicht die optimalen Übungsbedingungen bietet. Erster Schritt der Kontakt. Behalte ich meine Mitte, wenn ich in Kontakt gehe? Spüre ich das Zentrum des Anderen, seine Füße? Was passiert in meiner Struktur, wenn ich in die Intention gehe, zu pushen? Jeder formuliert ein persönliches Thema im Rahmen des Oberthemas, an dem er während des Aufenthalts arbeiten will. Einiges präzisiert sich im gedanklichen Austausch. Die Themen ziehen sich durch unterschiedliche Ebenen, einer physischen, emotionalen und sozialen. Wir finden uns in einem ganzheitlichen Arbeitslabor wieder, gehen durch Höhen und Tiefen, Erfolgsglück und Taiji-Blues. Eine intensive Zeit, die ewig erscheint und doch schnell verfliegt.
Zwischendurch erkunden wir die Gegend. Fahren ans Meer, spielen an einer zerklüfteten Küste, klettern durch Barrancos, die dortigen Schluchten, besuchen das Tal der Drachenbäume. Abends und mittags finden wir uns zum gemeinsamen Kochen ein, genießen den Wein und lange Taiji-Gespräche.
Taiji auf La Palma? Unbedingt wieder!!!
Julia
Nach langem Zögern - kann ich mir es überhaupt erlauben, mal eben eine Woche mich ausklinken....gut Geld lassen....die Kinder wieder in die Hände der Oma abgeben...mich um Vertretung für meine Kurse sorgen......- entschloss ich mich, die Reise zu buchen.
Und fiel ins erste Abenteuer....verpasste meinen Anschlussflug von Gran Canaria nach La Palma, und musste mir auf der überfüllten Insel ein Hotelzimmer suchen...und kam am Sonntag früh nun endlich auf La Palma an.
Ich fand die fünf anderen beim Frühstück vor, alle mit strahlenden Gesichtern, fand eine wunderschöne Pension vor inmitten von Palmen und Blütenpracht.
"Den Push zu eigen machen" - "was ist mein Push" war das Kernthema der Woche. Mit viel Hoffnung bin ich in die Arbeit gegangen, dass der Push mir nun endlich leichter gelingen möge, ich nicht immer wieder in alte Muster verfalle. Da muss doch eine Woche intensiver Arbeit reichen!
Das Üben, die Auseinandersetzung verlief auf vielen Ebenen und begann bei der ersten Berührung. Der Weg führte mich durch so viele Begegnungen mit mir selbst. Daniel begleitete mich sehr geduldig durch meine wiederkehrenden Fehler....unermüdlich konnte ich bei ihm seine Wege spüren. Aber auch der Austausch mit den Anderen war äusserst fruchtbar. Jeder hatte sein spezielles Thema und wir konnten uns untereinander hervorragend in der Arbeit begleiten und ergänzen.
Es gab dann tatsächlich Momente, wo der Push mir leicht gelang. Immer wieder beeindruckend für mich ist es, diese Mühelosigkeit zu erfahren. Mehr und mehr konnte ich mein Zuviel an Kraft sein lassen, konnte mehr und mehr die Lebendigkeit und den Rhythmus der Bewegung wahrnehmen. Ein Schlüsselerlebnis wurde für mich der Push-Gang. Ich lernte, noch mehr Leichtigkeit zuzulassen.....und....auch Frust zuzulassen, dass es alles nicht so schnell geht, wie ich es gerne hätte. Auch da kann ich nun sanfter mit mir selbst umgehen.
Das Üben an den vielen so traumhaften Orten war berauschend schön. Erstaunlich fand ich, wie intensiv auch dort unsere Arbeit war. Ich erinnere mich an einen Platz unter Eukalyptusbäumen mit diesem Hauch von Duft....die tosende Brandung am Meer....die unglaublichen Sonnenuntergänge...den Sternenhimmel....es weckte in mir eine Reise- und Abenteuerlust, die ich noch nicht kannte...
Die gemeinsamen Kochmittage und -abende waren sooo lecker!! Die Gespräche kreisten auch dabei sehr intensiv um den Push, um seine Vermittlung im Unterricht, den Push in der Übertragung in unserem alltäglichen Leben. ....(aber es gab auch viele Gespräche beyond Taiji.....sehr lustig war der Witze-abend...)
Noch immer habe ich den Push nicht automatisieren können, aber ich habe ein grosses Mass an Leichtigkeit und Lebendigkeit wiederentdeckt, welches nun für mich zu kultivieren gilt. Es sind jetzt drei Wochen her, dass ich zurückgekommen bin und ich merke immer noch, dass in mir etwas am arbeiten ist. Ich habe immer noch die Sonne im Gesicht, rieche den Blütenduft und versuche, die gewonnene Leichtigkeit zu bewahren...
.....und bin so froh, dass ich mir diese Reise gegönnt habe!
Heide
